Viele Frauen halten nicht an der Beziehung fest.
Sie halten an einem Bild fest.
An dem Bild, wie es einmal war, oder wie es hätte sein können.
An dem Gefühl vom Anfang.
An der Nähe, die es zwischendurch gab, an die schönen Momente, an die schönen Worte, oder an dem Versprechen, das nie ganz eingelöst wurde.
Das Schwierige daran ist, dieses Bild ist oft schöner als das, was man HEUTE lebt.
Im Alltag zeigt sich etwas anderes.
Distanz, Unzuverlässigkeit, Unklarheit, oder ein ständiges "schauen wir mal".
Dieses aktuelle Bild, darf oft nicht in das alte schöne Bild hinein.
Es bleibt draußen.
Denn würde man das, was heute ist, ehrlich dazustellen, würde das Bild Risse bekommen.
Vielleicht würde die Frau dann auch sehen, dass diese Beziehung schon lange nicht mehr nährt oder trägt.
Viele Frauen schützen dieses alte Bild, weil es ihnen Halt und Hoffnung gibt.
Weil es Sinn gibt und weil es erklärt, warum man so lange geblieben ist.
Nicht, weil diese Frauen sich täuschen wollen, sondern weil es schwer ist, Abschied von etwas zu nehmen, das sich einmal soo richtig angefühlt
hat.
Doch genau hier entsteht die innere Spannung.
Man lebt in einer "Geschichte", die im Jetzt nicht mehr zu dem Bild passt, das man im Herzen trägt.
Und solange dieses Bild unangetastet bleibt, bleibt auch die Verbindung - die vielleicht gar keine echte Verbundenheit ist - aufrecht.
So pflegen und beschützen viele Frauen eine Beziehung der Vergangenheit und halten etwas, was vielleicht schon lange gestorben und vorbei ist, mit ihren
Bildern am Leben.
Das zu erkennen, tut nicht nur weh.
Als ich das damals erkannt habe und mir ehrlich eingestehen konnte, tat das richtig-richtig weh.
Die Frage ist zuerst nicht: "Soll ich gehen?"
Sondern: "Bin ich bereit, das Bild von heute in das alte zu integrieren? Bin ich bereit dazu, ALLES zu sehen - das Schöne und das gar nicht schöne und alles
gemeinsam in einem Bild zu vereinen?"
Und mehr braucht es am Anfang nicht...
An'Anasha
Eure Stefanie Laura'Adjana ❤️
