Wenn sie die Bedeutung wichtiger nimmt als die Beziehung
Einige Frauen bleiben in einer Verbindung, obwohl es eigentlich keine Beziehung gibt.
Außenstehende verstehen das oft nicht. Sie fragen sich, was das soll. Manche bewerten dieses Verhalten, sprechen von Abhängigkeit oder
Verblendung.
Die betroffene Frau zieht sich dann meist zurück.
Sie spricht mit niemandem mehr darüber.
Ich verstehe diese Frauen.
Nicht theoretisch, sondern aus eigener Erfahrung.
Ich war vor vielen Jahren selbst eine von ihnen.
Und genau deshalb erzählen mir heute so viele Frauen davon.
Sie sind nicht blöd.
Sie sind nicht verrückt.
Und sie haben auch kein Problem damit, einen Mann loszulassen.
Was sie nicht verlieren wollen, ist etwas anderes.
Nicht den Mann, sondern das, was diese Verbindung einmal für sie bedeutet hat.
Diese Beziehung - oder das, was sie einmal war - hat etwas erzählt.
Es hat von Tiefe, von Einzigartigkeit und von einer Verbindung erzählt, die sich nicht beliebig angefühlt hat.
Da war diese besondere Intensität am Anfang.
Ein Blick, ein Moment und das Gefühl WIRKLICH gesehen zu werden. Vielleicht zum ersten Mal seit sehr langer Zeit.
Und auch wenn sich der andere später zurückgezogen hat,
unverfügbar wurde oder einfach gegangen ist, die Bedeutung dieses Anfangs bleibt.
Es war magisch und diese Magie fasziniert.
Die Frau hält daran fest, obwohl kaum Begegnung stattfindet.
Obwohl echte Gespräche fehlen.
Obwohl es wenig gemeinsamen Alltag gibt, oder vielleicht sogar gar keinen.
Freunde sagen Sätze wie:
"Lass ihn doch."
"Der meint es nicht ernst mit dir."
"Du verrennst dich da."
Der Kopf der Frau hört das.
Der Kopf versteht das auch.
Aber innerlich ist da etwas anderes, was sie hält.
Und wenn sie ganz ehrlich ist, will die Frau es auch nicht loslassen.
Denn würde sie diese Bedeutung loslassen, müsste sie sich fragen, ob all dieses Fühlen umsonst war.
Ob sie sich getäuscht hat.
Oder ob das Besondere, das Einzigartige,
doch nicht so einmalig war, wie es sich angefühlt hat.
Und genau hier wird festgehalten.
Nicht am Menschen, sondern an der Geschichte.
An einer Geschichte, die von Exklusivität erzählt.
Von Einmaligkeit, von "das gibt es nur ein einziges Mal".
Von diesem einen Menschen, der scheinbar nur für sie gekommen ist. Der das fehlende Stück ist.
Der "one and only", der Seelenpartner, die zweite Hälfte.
Diese Begegnung war so intensiv, dass sie sich nicht einfach als Irrtum anfühlen darf.
"Ich habe mich nicht getäuscht", sagt etwas in ihr.
"Das lasse ich nicht einfach los."
Und weißt du was?
DAS MUSST DU AUCH NICHT!
Denn du müsstest dafür einen Teil deiner eigenen Identität loslassen.
Und das ist nicht möglich!
Dein System schützt dich.
Es bindet dich nicht an diesen Mann.
Es bindet dich an die Bedeutung, die diese Verbindung für dein Leben hatte.
Und deshalb schaust du immer wieder hin.
Auf den WhatsApp-Status.
Auf das Online-Sein.
Das kurze Aufleuchten im Inneren, wenn er online ist.
Der Gedanke: "Er denkt gerade auch an mich."
Die Uhrzeit, eine Doppelzahl. 13:13. Das kann kein Zufall sein- weißt du.
Ein Moment, der sich wieder bedeutungsvoll anfühlt.
Nein, nicht weil da Beziehung ist, sondern weil die Bedeutung noch wirkt.
Und das ist nichts, wofür du dich schämen musst!
Du willst loslassen?
Das verstehe ich und ja – es wird dich loslassen.
Doch zuerst darfst du dich selbst verstehen.
Dein Festhalten.
Und liebevoll begreifen, dass es menschlich ist, das Besondere und Einmalige festhalten zu wollen.
Halte es ruhig noch ein wenig fest.
Es gehört dir.
Nicht der Mann.
Aber das Besondere.
An’Anasha
Eure Stefanie Laura’Adjana <3
