In meinen Coachings erlebe ich manchmal Frauen,
die mir erzählen, dass sie nach schmerzhaften und unglücklichen Beziehungserfahrungen eine neue Kennenlern-Strategie entwickelt haben.
Wenn sie einen potenziellen Partner kennenlernen,
bleiben sie bewusst, sehr lange, in einer unverbindlichen, zurückhaltenden Kennenlernphase.
Sie machen sich "rar".
Sie kippen damit ins andere Extrem und versuchen über Zeitverzögerung Kontrolle und Sicherheit herzustellen.
Sie beobachten, prüfen, wägen ab und bremsen sich selbst.
Sie halten Abstand und lassen Nähe nur sehr dosiert zu.
Das tun sie nicht, weil es ihrem Wesen oder Charakter entspricht, sondern als bewusste Schutzstrategie.
Und ich möchte das klar sagen -
Diese Strategie ist absolut verständlich.
Wenn du erlebt hast, wie viel Kraft dich Beziehungen kosten können, wenn du dich einmal zu oft zu früh verloren hast,
dann ist Zurückhaltung kein Mangel.
Sie ist ein Schutz.
Und trotzdem führt auch dieser Weg NICHT in eine lebendige, erfüllende Partnerschaft.
Denn dann wird die Kennenlernphase zum Dauerzustand, nicht aus klarer Entschlossenheit, sondern aus Unsicherheit.
Aus der Angst, wieder falsch zu liegen, wieder Gefühle zu investieren und wieder zu hoffen - um dann enttäuscht zu werden.
Eine angenehme und entspannte Partnerschaft beginnt sicher nicht durch Denken und Vermeiden.
Sie beginnt durch Erleben.
Nähe entsteht nicht, weil wir lange genug analysieren oder prüfen, sondern weil wir uns - in einem passenden Rahmen -
einlassen.
Ja, natürlich gibt es keine Garantie.
Und ja, ein Rest an Risiko bleibt immer.
Eine Beziehung kann absolut richtig und stimmig sein
und sich dennoch nach einiger Zeit als nicht langfristig passend erweisen.
Diese Unsicherheit lässt sich nicht wegorganisieren.
Nicht wegdenken.
Und nicht vermeiden.
Was ich hier beschreibe,
ist nicht, wie man eine Partnerschaft perfekt macht.
Sondern nur (!) , wie man überhaupt in eine angenehme Partnerschaft hineinkommt.
Das Kennenlernen dient der Wahl - nicht dem endgültigen Beweis!
Die eigentliche Arbeit beginnt danach:
Das Nähren, Pflegen, Wachsen, das gemeinsame Reifen.
Ob ein Mann der „Richtige“ bleibt und ob du für ihn die Richtige bleibst, entscheidet sich nicht in der Kennenlernphase.
Das sind Kapitel, die viel später geschrieben werden.
Und vielleicht stellt sich deshalb eine wichtige Frage:
Warum halten wir uns so lange in der Phase der Wahl auf,
wenn danach noch so viel Beziehung geschieht?
Vielleicht braucht es nicht mehr Sicherheit.
Sondern den Mut, den nächsten stimmigen Schritt zu gehen.
Nicht kopflos und blind. Aber mutig und lebendig.
Ja - solange du dich selbst noch nicht gut spürst,
kann es passieren, dass du dich in einen Mann verguckst,
der nicht zu dir passt.
Wenn du dich selbst gut kennst und wahrnimmst und bei dir bleiben kannst, geschieht das eher nicht.
Und dann beginnt erst Partnerschaft.
Denn weißt du...
Auch mit dem Richtigen bleibt Beziehung lebendig,
herausfordernd und manchmal spannungsvoll.
Der Unterschied ist nur:
Mit dem Richtigen lassen sich diese Herausforderungen meistern.
Mit dem Falschen nicht.
An'Anasha
Eure Stefanie Laura'Adjana <3
